Ingolstadt (AA) – Wer hätte gedacht, dass der frischgebackene Aufsteiger FC Ingolstadt mit einer derartigen Fulminanz in die diesjährige Erstligasaison startet? Geradezu respektlos wurden alte Bundesligahasen wie Mainz, Augsburg oder Bremen abgeschossen. Auch die Achtungserfolge mit den Unentschieden gegen den Meisterschafts-Mitfavoriten Vfl Wolfsburg oder dem 1. FC Köln sind beachtenswert.
Erstaunlich jedoch, dass 10 von 11 Punkten dabei auswärts erzielt wurden. Die Heimbilanz ist, bis auf das Spiel gegen Wolfsburg, geradezu grottig. Betrachtet man nun die Situation vor Ort ein wenig näher, so fällt auf, dass beim FCI ein Großteil der Fans leider noch nicht die nötige Bundesligareife besitzt. Weder in der Zahl noch in der Begeisterungsfähigkeit. Vermutlich hatte man sich bei der Ingolstädter Vereinsführung den jahrelangen Aufenthalt in der zweiten Liga vorgestellt und das für diesen Zweck genau richtige Stadion hingestellt. Gleichermaßen wollte man dann auch die Fans sukzessive an das rauhe Klima in der Bundesliga gewöhnen.
Nun kam der Aufstieg in die erste Liga vielleicht etwas überraschend oder zu früh. Jedenfalls hinken die Erwartungen an die Fans hinter der Realität hinterher. Auf die Schnelle wird es sicher keine Abhilfe geben. Man überlegt schon, sich noch einmal auf dem Transfermarkt umzusehen. Der Vfl Osnabrück hätte ein paar besonders rabiate Hooligans (Spezialität: massiver Feuerzeugwurf auf Schiedsrichter) abzugeben. Darüber hinaus könnte man die Liste der Stadionverbote bei den anderen Vereinen sichten, die härtesten Fälle herausziehen und diese bitten, zu den Spielen auf die Schanz zu kommen um so mehr Biss und Schlagkraft in die Fankultur zu bringen. Die Spesen würden erstattet und das benötigte Werkzeug (Wurffeuerzeuge, Reizgas, Baseballschläger etc.) von Vereinsseite gestellt.
An der Volkshochschule Ingolstadt soll der Kurs „Wege zum Hool“ und daran anschließend der Erweiterungskurs „Lass krachen Hool“ in in’s Programm aufgenommen werden. Die Kurskosten erstattet der FCI nach erfolgreichem Bestehen hälftig zurück. In Ingolstadt hofft man nun, dass man sich länger im Oberhaus hält und dass die Fans, dank reger Kursbeteiligung, die an sie gestellten Erwartungen in Zukunft besser erfüllen.
Die schnellste aber höchst unpopuläre Maßnahme wäre, das Stadion zu verkleinern, um so das Aggressionspotential im Publikum zu erhöhen. Das wäre zwar ein Rückschritt, der Rückbau könne jedoch irgendwann auch flexibel wieder vor- und/oder zurückgenommen werden. Vermutlich ist das der Grund, warum bereits schweres Gerät vor dem Sportpark positioniert wurde. Das Wort eines Vereinsoberen genügt und das Stadion wird zurecht geschrumpft.
So ließe sich übrigens eine weitere Fliege mit einer weiteren Klappe schlagen: Ist das Stadion nicht bespielbar, finden die Spiele der Restsaison auswärts statt.