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Berichte, Analysen, Meinungen zum Unverstand der Dinge

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Mit ihm hatte niemand gerechnet

Steinmeier völlig überraschend zum Bundespräsidenten gewählt

von | Montag, 13. Februar 2017

Der Überraschungssieger im Rennen um den Einzug ins Schloss Bellevue: Frank Walter Steinmeier.

Bildrechte: By Kuebi = Armin Kübelbeck [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

“Herzklopfen” habe sie gehabt, sagte der Fernsehstar Veronika Ferres, als sie zu ihren Gefühlen bei der Wahl des Bundespräsidenten gestern in Berlin gefragt wurde. Sie, sowie weitere Prominente und Delegierte der Volksvertretungen der Länder als auch die Mitglieder des Bundestags waren gestern via Bundesversammlung aufgerufen, den Nachfolger von Joachim Gauck ins Amt des Bundespräsidenten zu wählen.

“Die Wahl erfolgt ohne Aussprache und geheim…” An diesen Grundsatz scheint sich gestern wohl die Mehrheit der Delegierten nicht gehalten zu haben. Anders lässt sich der mehrheitliche Stimmenanteil kaum erklären, der da für Frank Walter Steinmeier bereits im ersten Wahlgang angefallen war. Verlief bei den letzten Präsidentenwahlen der Ausgang immer ziemlich knapp und wurde erst nach mehreren Wahlgängen entschieden, ging es diesmal ruckizucki gleich im ersten Durchgang. Klar, die Auswahl unter den Aspiranten war beschränkt – vermutlich waren die Kandidaten der Christsozialen und Christdemokraten vorher mit Donner und Doria durch den Eignungs- beziehungsweise Intelligenztest gerauscht. Grund genug, dass sich einige Abgeordnete der Union für das notwendige Übel Steinmeier entscheiden dürfen wollten. Aber mit einem derart gewaltigen Überschuss an Stimmen? Das gibt einem schon zu denken. Wer treu und fest an die Grundwerte der Demokratie glaubt, denkt doch nicht im Entferntesten an einen solchen Wahlausgang. Die Übrigen, die etwas lockerer mit derlei Glaubensgrundsätzen umgegangen sind, waren sich da nicht ganz so sicher und so weit weniger im Irrtum.

Vielleicht ist es auch nur die Redaktion der AA, die sich darüber wundert oder auch nicht. Glaubt man einem unbestätigten Gerücht, werden in Demokratien immer die Leute gewählt, die sowieso immer und von den meisten gewählt werden. Da will sich kein mündiger Wähler in seiner eigenen naiven Unbedarftheit eine Blöße geben und etwas anderes wählen als Norm oder Statistik von ihm verlangt. Die Wähler*innen (ah, endlich auch mal ein Genderstar von uns) wählen und die Gewählt*innen lassen sich wählen. Die Wahl, gleich welche, steht vorher fest. Das geht so fort bis zum finalen Ausscheiden der/die/des Erkorenen. Das geschieht dann entweder freiwillig, weil sie nicht mehr wollen oder unfreiwillig, weil sie nicht mehr können: Spätestens der Exitus beschert den Exit; meistens jedenfalls. Da ist aber schon wieder so ein unbestätigtes Gerücht im Schwange, welches frevlerisch durch die heiligen Hallen des Bundestags geistert, Nämlich, dass Abgeordnete monatelang tot in ihren Sesseln gesessen hätten und keiner hätte es gemerkt. Ja, die Stimmen der Toten sollen sogar von Fraktionskollegen, also denen, die’s gemerkt hatten, zwecks Mehrfachabstimmung zur Mehrheitsfindung missbraucht worden sein. Leider unbestätigt ist hierzu der Satz eines Abgeordneten: “Lassen wir den ruhig noch ein paar Monate bis zum Ende der Legislaturperiode da sitzen. Wir müssen noch ein paar Gesetze durchboxen. Also Nase und Augen zu und durch.”

Kurzum, alles deutet darauf hin, dass sich Delegierte von Union und SPD untereinander in infamster Weise bei der Präsidentenwahl abgesprochen haben. Frank Walter Steinmeier als sozusagen Notnagel der Demokratie. Logisch, dass auch er sich, wie jeder seiner Vorgänger vor ihm, im Lauf seiner Amtszeit einbilden wird, er hätte was zu sagen. Sagen darf er ja auch was. Nur zuhören wird ihm keiner. Wozu auch? Gibt es doch so viele andere, die glauben, sie hätten was zu sagen. Denen wird schließlich auch nicht zugehört. Gerade weil sie soviel Schönes ins Blaue hinein verzapfen. Und die Delegierten, die ihn gewählt haben, die ausschließlich vor ihrem Gewissen verantwortlich sind? Eine Verantwortung vor dem eigenen Gewissen ist nur dann erforderlich, wenn man auch ein Gewissen hat. Ohne Gewissen erübrigt sich diese Verantwortung selbstverständlich. Schwere Zeiten für Steinmeier. Aber der macht das schon. Händeschütteln hat er ja reiflich während seiner Zeit als Außenminister geübt.

Was war gleich wieder mit dem Herzklopfen von Veronika Ferres? Ach Vroni, was auch immer das große Herz unter dem großen Busen zum Wummern gebracht hat? Wirklich nötig wäre das Pumpern nicht gewesen. Dank Absprache war die Wahl doch schon lange vorher in trockenen Tüchern. Wenn etwas so felsenfest betoniert ist wie diese Abstimmung, kann man sich die ganze Aufregung darüber doch eigentlich sparen, gell? Außer wir brauchen das Theatergedöns für’s Volk, den großen Lümmel.

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