Regen (AA) – „Es ist mir sehr peinlich“. So lauteten die Worte des bayerischen Forstminister Helmut Brunner, nach dem versehentlich selbst entfachten Waldbrand auf eigenem Grund und Boden. Am liebsten würde er es ja ungeschehen machen, aber die Zeit lässt sich nun mal nicht zurückdrehen. Und nun ist er wohl wieder dort, wo er äußerst ungerne ist: Im Rampenlicht. Lange Zeit wusste die Öffentlichkeit nämlich gar nichts von der Existenz eines bayrischen Forstministeriums, geschweige denn von Herrn Brunner.
„Es ist ja doch schon einige Zeit her, dass ich den Helmut im Landtag gesehen habe“, wird ein CSU-Abgeordnetenkollege zitiert. Ein anderer: „Ach der Herr Brunner, ja hatte der überhaupt noch ein Mandat?“. Als dies von der AA bejaht und noch damit getoppt wird, dass er sogar ein Ministerium inne habe, ist die Überraschung und das Hallo sehr groß.
Zur Ehrenrettung von Helmut Brunner muss aber auch gesagt werden, dass er im Lauf seiner Amtszeit sowohl als Landtagsabgeordneter als auch als Minister durchaus Akzente setzen konnte. Nur wurden ihm diese nicht immer zu seinen Gunsten ausgelegt. So war er zum Beispiel Beteiligter in der sogenannten Verwandtenaffäre. Eine dieser Amigo-Durchstecherein, die der CSU ständig von einer übelwollenden Presse in die Schuhe geschoben werden. Brunner wollte seiner Ehefrau sowie Schwester und Nichte nur Gutes tun, indem er durch die Vergabe kleinerer Tätigkeiten auf 400 Euro-Basis deren finanzielle Klammheit etwas milderte. Dadurch stand plötzlich der vollkommen unbegründete Vorwurf des Nepotismus (Vetternwirtschaft) im Raum. Und Brunner sah sich genötigt, die über die Jahre hinweg ausbezahlten Löhne (€ 13.500) zurück zu zahlen. Wiewohl er immer wieder betonte, dass von Vetternwirtschaft gar nicht die Rede sein konnte, da es sich bei den Begünstigten zu keiner Zeit um Vettern gehandelt hat.
In seine Amtszeit fiel auch die sogenannte „Heuverschickung”, bei der sämtliche bayerischen Grundschulen mit einem Briefchen voller Heu bedacht wurden. Tatkräftig wollte das Landwirtschaftsministerium damit beweisen, dass es in der Lage ist, aus Geld Heu zu machen. Ziel war es, den unwissenden und darbenden Schülerinnen und Schülern in Stadt und Land, die einfachen Strukturen des Landlebens näher zu bringen. Die Gesamtkosten dieser pädagogisch hoch wertvollen Aktion beliefen sich auf gerade einmal lumpige 120.000 €. Auf den Plan gerufene Kritiker fanden die ganze Aktion typischerweise wieder einmal nur zum Heulen. Dennoch nahm das Ministerium auch diese Kritik positiv auf und versprach, beim nächsten Mal Briefchen mit Gras zu verschicken.