Berichte, Analysen, Meinungen zum Unverstand der Dinge

Die PKW-Maut kommt auf die Überholspur

Es zahlt, wer überholt

So ist’s recht liebe Autofahrer. Bleiben Sie immer schön brav rechts, dann kostet’s auch keine PKW-Maut!

Bildrechte: By Dirk Vorderstraße (Autobahn, Kamener Kreuz, Rush Hour) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Berlin (AA) – Na endlich. Verkehrsminister Alexander Dobrindts längst totgeglaubtes liebstes Kind erblickte das Licht der Welt. Die PKW-Maut auf bundesdeutschen Straßen kommt wie das Amen in der Kirche. Die Regierungskoalition einigte sich auf das Ungetüm Infrastrukturabgabegesetz. Dass das nicht widerspruchsfrei über die Bühne ging, war klar. Vor allem aus den Nachbarländern hagelte es heftige Proteste für die, nach deren Meinung, willkürliche Wegelagerei. Wer da nun den Splitter und wer den Balken im Auge hat – schließlich kassiert jedes Land gerne bei allem was sich in dessen öffentlichem Wegenetz bewegt ab – den lassen wir einfach mal dahingestellt und fragen nach, wie’s denn gehen soll.

Und da scheint man sich innerhalb von Verkehrsressort, Regierungsparteien, Wirtschaftsvertretern, Lobbyverbänden, kurzum allen, die da meinen sie könnten irgendwie mit quaken, so gar nicht einer Meinung zu sein. Getreu dem Motto “Jedem das seine und mir das allermeiste”, wird zwar oberhalb des Verhandlungstisches solidarisch gelächelt, unterm Tisch setzt es doch eine Menge blaue Flecken auf die Schienbeine der Verhandlungspartner. Tja so sind sie, die Interessenvertreter. Aber dennoch eint sie alle ihr Desinteresse an den Interessen der Anderen. Und schlussendlich gibt es ja immer noch einen Verlierer, der nichts am Verhandlungstisch zu suchen hat: Den Autofahrer. Egal, ob der jetzt in- oder ausländisch daher rollt.

Um die Wagenlenker nun so maßvoll wie möglich zu schröpfen, ist man auf eine besonders schlaue Idee gekommen: Wer überholt, der zahlt. Will heißen, begibt sich jemand zum Überholen auf die linke Spur, so wird das mithilfe der inzwischen sehr ausgefeilten Technik erfasst und berechnet. Dazu nutzt man die bereits vorhandenen Mautbrücken, in den Asphalt eingelassene Induktionsschleifen und als Clou, einen ins Fahrzeug fest eingebauten Transponder mit inkludiertem GPS. Im Zusammenspiel der Systeme kann so haargenau festgehalten werden, wer wie lange auf der linken Spur dahinbrettert.

Weil die Überholspur meistens von den PS-starken Autos der höheren Einkommensklassen genutzt wird, trifft die Zahllast auch keine Armen. Diejenigen mit wenig Geld werden gleichzeitig umso stärker angehalten, die ihnen zustehende Position, zusammen mit den Lastwagen, einzuhalten. Ein simpler Trick, der zu mehr Gerechtigkeit auf Deutschlands Straßen führt. Und wenn man mal so richtig Lust hat auf’s Gaspedal zu treten und den entsprechenden Geldbeutel dazu hat, dann darf man das mit permanent Linksfahren auch tun.

Um das Tüpfelchen auf das i zu setzen, plant Verkehrsminister Alexander Dobrindt die Überholspur zusätzlich zu privatisieren. Geschickt lagert er so Technik, Straßenbau und -pflege sowie sämtliche Modalitäten der Abrechnung an private Unternehmen aus. Gleichzeitig lässt er sich einen genau definierten Batzen Geldes auf das Konto seines Ressorts überweisen.

So erhalten die, die Freude am Fahren haben, dank Vorsprung durch Technik für das Auto das Beste oder Nichts im heißgeliebten Töfftöff: Sowohl Lust als auch Last. Wie sich’s gehört. Unschlüssig ist man sich allerdings bei Autobahnen mit mehr als zwei Spuren, wie man mit den mittleren Fahrbahnen verfährt. Bleiben die dann auch abgabenfrei oder was macht man damit? Eine Idee wäre: Abhängig davon, wie klamm die Kasse gerade ist, Gebühren zu erheben oder eben nicht.

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Auto­nom ein­par­ken­de Au­tos lie­fern sich Du­ell um Park­platz

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Kibernetische Rechthaberei

Zu sehr in den Spiegel geschaut. Da haben doch wieder irgendwelche, irgendwas nach ihrem Ebenbild gebaut.

Düren (AA) – Es sollte ein ganz normaler Einkauf im nahe gelegenen Einkaufscenter werden. Marianne T. fuhr mit ihrem brandneuen SUV auf den Parkplatz und überließ dem Auto die lästige Prozedur des Einparkens. Während sie sich schon mal einen Einkaufswagen besorgte, wurde sie urplötzlich durch laut quietschende Reifen aufgeschreckt. Der Lärm kam offensichtlich aus der Richtung ihres Fahrzeugs: Ein anderer Wagen machte dem ihren den Parkplatz streitig.

Beide Kontrahenten standen Stoßstange an Stoßstange in spitzem Winkel zueinander und blockierten sich gegenseitig. Keiner war in der Lage einzuparken. Keiner gab klein bei. Zufällig waren beide nagelneu und zufällig hatten beide gehörig PS unter der Haube. Es kam, wie es kommen musste: Ein wildes Hupkonzert begann. Mittlerweile hatte sich der Besitzer des zweiten Fahrzeugs – ebenfalls mit Einkaufswagen – zu Frau T. gesellt und betrachtete gleichermaßen ungläubig wie machtlos das Geschehen.

Der Streit eskalierte. Die Wagen setzten etwas zurück, ließen die Motoren aufheulen und preschten aufeinander los. Kurz vor dem Zusammenprall stoppten sie mit quietschenden Reifen. Wieder wildes Gehupe. Die Drohgebärden wiederholten sich mehrmals. Bis es einem der beiden anscheinend zu bunt wurde und ohne jede Rücksichtnahme auf sich oder den Gegner krachte er in den anderen. Der ließ sich das selbstredend auch nicht gefallen und rammte zurück.

Es entstand eine Menge Blechschaden. Sehr zur Freude der Einkaufswagenschieber, die – vom Kampfgeschehen ermuntert – eifrig begonnen hatten Wetten untereinander abzuschließen. Von einem Moment auf den anderen gab der Nebenbuhler dann plötzlich keinen Mucks mehr von sich. Schwer havariert, aber immer noch fahrfähig und sichtlich triumphierend, schob Frau T.s SUV den reglosen Widersacher ein wenig zur Seite, parkte ein und stellte mit einem satten Gurgeln den Motor ab. In dem Moment wechselte unter den Einkaufswagenschiebern eine Menge Geld den Besitzer.

Eine später durch einen menschlichen Sachverständigen durchgeführte Analyse ergab, dass es Frau T.s Auto im Kampfverlauf wohl gelungen war, sich in die Steuerungssoftware des Gegners zu hacken und diese lahmzulegen. Ob das jetzt fair war oder nicht, bleibt dahingestellt. Die Überbleibsel des anderen waren sowieso nur noch Edelschrott und zu nichts mehr zu gebrauchen. Wie der Vorfall versicherungstechnisch behandelt wird, wie die Schuldfrage geklärt wird, vermag zum jetzigen Zeitpunkt keiner genau zu sagen.

Hinweis der Redaktion
Beide beteiligten Automarken sind der Redaktion bekannt. Wir möchten hiermit aber weder Kaufanreize schaffen noch bestehende Kaufabsichten beeinflussen. Es sei denn, es findet sich ein Automobilhersteller, der mit einer wohlwollenden Spende die redliche Arbeit der AA unterstützen möchte. Wunschgemäß setzen wir ab einer gewissen Spendenhöhe, einen dem Spender genehmen Namen ein. Wird der Spendenbetrag erhöht, tragen wir auch den passenden Namen des Verlierers ein. Wir vertrauen der Geduld des Internets!

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