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Kibernetische Rechthaberei

Auto­nom ein­par­ken­de Au­tos lie­fern sich Du­ell um Park­platz

von | Donnerstag, 22. Oktober 2015

Zu sehr in den Spiegel geschaut. Da haben doch wieder irgendwelche, irgendwas nach ihrem Ebenbild gebaut.

Düren (AA) – Es sollte ein ganz normaler Einkauf im nahe gelegenen Einkaufscenter werden. Marianne T. fuhr mit ihrem brandneuen SUV auf den Parkplatz und überließ dem Auto die lästige Prozedur des Einparkens. Während sie sich schon mal einen Einkaufswagen besorgte, wurde sie urplötzlich durch laut quietschende Reifen aufgeschreckt. Der Lärm kam offensichtlich aus der Richtung ihres Fahrzeugs: Ein anderer Wagen machte dem ihren den Parkplatz streitig.

Beide Kontrahenten standen Stoßstange an Stoßstange in spitzem Winkel zueinander und blockierten sich gegenseitig. Keiner war in der Lage einzuparken. Keiner gab klein bei. Zufällig waren beide nagelneu und zufällig hatten beide gehörig PS unter der Haube. Es kam, wie es kommen musste: Ein wildes Hupkonzert begann. Mittlerweile hatte sich der Besitzer des zweiten Fahrzeugs – ebenfalls mit Einkaufswagen – zu Frau T. gesellt und betrachtete gleichermaßen ungläubig wie machtlos das Geschehen.

Der Streit eskalierte. Die Wagen setzten etwas zurück, ließen die Motoren aufheulen und preschten aufeinander los. Kurz vor dem Zusammenprall stoppten sie mit quietschenden Reifen. Wieder wildes Gehupe. Die Drohgebärden wiederholten sich mehrmals. Bis es einem der beiden anscheinend zu bunt wurde und ohne jede Rücksichtnahme auf sich oder den Gegner krachte er in den anderen. Der ließ sich das selbstredend auch nicht gefallen und rammte zurück.

Es entstand eine Menge Blechschaden. Sehr zur Freude der Einkaufswagenschieber, die – vom Kampfgeschehen ermuntert – eifrig begonnen hatten Wetten untereinander abzuschließen. Von einem Moment auf den anderen gab der Nebenbuhler dann plötzlich keinen Mucks mehr von sich. Schwer havariert, aber immer noch fahrfähig und sichtlich triumphierend, schob Frau T.s SUV den reglosen Widersacher ein wenig zur Seite, parkte ein und stellte mit einem satten Gurgeln den Motor ab. In dem Moment wechselte unter den Einkaufswagenschiebern eine Menge Geld den Besitzer.

Eine später durch einen menschlichen Sachverständigen durchgeführte Analyse ergab, dass es Frau T.s Auto im Kampfverlauf wohl gelungen war, sich in die Steuerungssoftware des Gegners zu hacken und diese lahmzulegen. Ob das jetzt fair war oder nicht, bleibt dahingestellt. Die Überbleibsel des anderen waren sowieso nur noch Edelschrott und zu nichts mehr zu gebrauchen. Wie der Vorfall versicherungstechnisch behandelt wird, wie die Schuldfrage geklärt wird, vermag zum jetzigen Zeitpunkt keiner genau zu sagen.

Hinweis der Redaktion
Beide beteiligten Automarken sind der Redaktion bekannt. Wir möchten hiermit aber weder Kaufanreize schaffen noch bestehende Kaufabsichten beeinflussen. Es sei denn, es findet sich ein Automobilhersteller, der mit einer wohlwollenden Spende die redliche Arbeit der AA unterstützen möchte. Wunschgemäß setzen wir ab einer gewissen Spendenhöhe, einen dem Spender genehmen Namen ein. Wird der Spendenbetrag erhöht, tragen wir auch den passenden Namen des Verlierers ein. Wir vertrauen der Geduld des Internets!

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