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 QUERBUNG

Sieg der seichten Muse

Jaulen für Deutschland

von | Sonntag, 22. November 2015

Xavier Naidoo suchte vergebens nach fachkundigem Publikum. Das ist schon lange auf der Flucht.

Bildrechte: By Pusteblume55 (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Mannheim (AA) – Thomas Schreiber heißt der Mann. Jetzt wissen wir’s. Von Bedeutung? Nein. Was macht der? Der ist Unterhaltungskoordinator bei der ARD? Und schon fängt die Rechtschreibprüfung an zu maulen, beim Unwort “Unterhaltungskoordinator”. Vermutlich braucht das Erste – das Zweite nicht minder – dringend Leute mit solchen Mondtiteln, um vor der Masse der schweigenden Beitragszahler, das eigene, öffentlich rechtliche Dasein zu rechtfertigen. Das imponiert! Nachdem also der Unterhaltungskoordinator (Rechtschreibprüfung ist jetzt aus!) dem schnöden Wahlvolk, äußerst unsanft, einfach die Stimme entzog, will der Mann mit der randlosen Brille, Schreiber, seine Stimme für eine Stimme erheben, bei der es zweifelhaft ist, ob sie die geeignete Stimme hat, beim ESC so viele Stimmen einzuheimsen, dass die Stimmen für die Konkurrenz weniger sind, als die, für die er, Schreiber, gestimmt hat. Der Unterhaltungskoordinator überstimmte jedenfalls in dem Moment alle Gegner, Zweifler und Befürworter und bestimmte, dass Xavier Naidoo Deutschland beim Eurovision Song Contest vertritt. Basta! Erstmal!

Naidoo vertraute also seiner Bestimmung und stimmte dem Vorschlag Schreibers zu. Naidoo, Naidoo? Was assoziiert man mit dem gleich wieder? Klingt der nicht wie ein stotternder Motor, der nicht richtig anspringen will? Stotter, Jaul, Heul. Da wollen manche doch ständig den ADAC rufen, mit der Bitte um Starthilfe. Zweite Assoziation: Gott! Richtig. Der Mann hat mit Gott zu tun. Wie konnte ich das nur vergessen? Dann braucht’s den ADAC nicht wirklich. Und fürwahr: Naidoos Batterie macht bei seiner Singerei auf Dauer einfach nicht schlapp. Dank Gottes Hilfe? Aber stimmlich so richtig ins Laufen kommt er auch nicht. Also gut, soll er oder soll er nicht? Soll er also mit Gottes Segen den Sieg nach Hause holen oder nicht? Aber mit Gottes Segen sollte man vielleicht nicht zuviel herumscherzen. Gesetzt den Fall, Gottes Segen wird wirklich mal gebraucht. Im Moment Ist aber auch echt eine ganze Menge merkwürdigen Volks unterwegs. Und die berufen sich alle auf Gott!

Jetzt aber. Kommando zurück. Da erhob sich doch dieses böse Internet und der Bestimmer, Schreiber, ruderte zurück. Dann ruderte auch noch Naidoo zurück und jetzt sind sie alle derart am Zurückrudern, dass die Richtung vollends verloren gegangen ist. Richtung? Welche Richtung? Gibt’s beim ESC eine Richtung?

Zurück zum ESC: Also, wen kümmert das? Offen gesagt, seit ABBA und Waterloo ging der Wettbewerb vielen eh voll am Arsch vorbei. Und welche Heulsuse oder welcher Kitschbruder mal eben für welches Land die Tränendrüsen in städtische Wasserwerke verwandelt, ist eigentlich so relevant, wie der berühmte Sack Reis. Und trotzdem. Es gibt immer noch diesen ominösen Kulturauftrag, dem die öffentlich rechtlichen Sender verpflichtet sind. Und den stemmen momentan eher diese Alibi-Ableger wie Arte, 3Sat und die ganzen Infokanäle. Super oder! Das sind aber auch oder Programme, von denen die meisten Ferngucker noch nicht einmal wissen, dass es die gibt. Und 3Sat kippelt auch immer mehr ins Triviale.

Da gibt’s auch nix zu wundern, wenn wir bei PISA so traurig hinterher hecheln. Liebe Programmverunstalter: PISA und triefender Schmalz aus Fernseher? Das haut nicht hin! Kann es sein, dass ausgerechnet so ein Eurovision-Song-Contest auch noch was mit Intelligenz zu tun hat? Aua, Intelligenz? Ja, das ist immer so eine Sache: Nach Ansicht vieler Wissenschaftler prägt sich Intelligenz nicht unbedingt dort aus, wo man alles einfach in den Arsch geblasen bekommt, wie das zum Beispiel bei den Rundfunkgebühren-Einsammlern der Fall ist. Jetzt jault sie aber gewaltig, die eben wieder eingeschaltete Rechtschreibkorrektur.

Also, der Unterhaltungskoordinator (jaul) hat bestimmt und wurde dann doch umgestimmt und… Wie hieß der gleich nochmal? Nicht so wichtig, lass mal!

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