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Frauenfeindseligkeiten

Z’weckst’m Nockherberg z’widern zwoa Z’widerwurz’n

von | Freitag, 18. März 2016

Bildrechte: Luise Kinseher Harald Bischoff (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons, Barbara Stamm: Ailura (Own work) [CC BY-SA 3.0 de or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons, Emilia Müller: Freud (Own work) [GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

München (AA) – Hart ging die Frau Ministerin Barbara Stamm mit der Frau Kabarettistin Luise Kinseher ins Gericht, weil sich letztere bei ihrem Auftritt als Frau Mama Bavaria doch extrem frauenfeindlich gegenüber einigen Frauen Ministerinnen verhalten und geäußert hat. Dem schloss sich auch die Frau Ministerin Emilia Müller an. Gemeinsam beschlossen nun die beiden frauenfeindlich angefeindeten Frauen sich das nicht länger bieten zu lassen und der frauenfeindlichen Veranstaltung Nockherberg im kommenden Jahr fernzubleiben.

Frauenfeindlichkeit

Was war da los? Luise Kinseher ist frauenfeindlich, Müller will kein blindes Huhn sein, Stamm versteht unter Kabarett was anderes. Aha, mehr nicht? Schaut man sich die Frau Stamm genauer an, dann will man eigentlich gar nicht wissen, was Frau Stamm unter Kabarett versteht. Wahrscheinlich ist dieses Kabarett in einem ganz, ganz tiefen Keller verortet, in den man die Frau Stamm zum Lachen hinunter schubsen muss. Irrtum, warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen: Kabarett ist im Stamm’schen Sinn erst dann Kabarett, wenn die Frau Stamm nicht gemeint ist. Blöd nur, dass sie ganz gern gemeint sein will. Blöd auch, dass es dieses Kabarett noch nicht gibt. Gesucht wird also ein Kabarett, in dem die Frau Stamm zwar vorkommt aber gleichzeitig nicht gemeint ist. Zweiter Irrtum: Das gibt’s auch schon! Dieses Kabarett heißt “Bayrischer Landtag”. Da kommt sie vor und ist gleichzeitig nicht gemeint. Nur hat der Bayrische Landtag so einen schlechten Ruf, weil das Publikum dort so schlecht ist. Die lachen so wenig. Wahrscheinlich, weil es dort einfach sehr wenig oder gar nix zu lachen gibt? Kabarett ja, aber der Spaß bleibt bitte draußen!

Das blinde Huhn

Im Zeitalter von Genfutter, Massentierhaltung, liebe Frau Müller, könnte blindes Huhn ja auch als Kompliment gedacht sein. Man denke nur an diese wunderbare, fabelhafte Analogie vom blinden Huhn, das auch mal ein Korn findet. Käme so eine Geschichte auf einem Hühnerhof mit zwei Millionen Hühnern überhaupt noch vor? Die Realität sieht doch wohl eher so aus. Erste Aussortierung, aha, blindes Huhn, rein in den Shredder. Jetzt sind Sie aber immer noch da, Frau Müller, und man sagt über Sie, Sie wären ein blindes Huhn. Das zeigt doch, dass es in dieser unmenschlichen Welt immer noch so etwas wie Humanität gibt.  Die Wahrheit ist leider eine ganz andere. Laut Drehbuchautor gab es zu ihnen sehr wenige kabarettistische Angrifffspunkte. Es fielen Worte wie nichtssagend oder langweilig. Weil bei diesem saublöden Nockherberg aber immer die ganze fade Ministerriege abgebildet werden muss, ist dem Autor leider nur das blinde Huhn hinaus und in den Text hinein gerutscht. Im nächsten Jahr, falls Sie wie versprochen nicht dabei sein sollten, wird’s garantiert besser!

Die Frauennichtversteherin

Ausgerechnet der Luise Kinseher wird von so einem super männlichen Machoarschloch ein derart frauenfeindlicher Text in den Mund gelegt, dass es für die beiden MInisterinnen schier nicht auszuhalten war. Hat denn die Luise das nicht erkannt? Hat sie denn nicht gelesen, was sie da vielleicht unter Zwang vortragen musste? Allerdings ist die Luise Kinseher schon ein ganz anderer Frauentyp. Eine, die per se als Provokation die Phalanx der Verknitterten aufbricht. Die wildert ja automatisch in den eigenen Reihen, weil sie so ist, wie sie ist: Eine Agente provocateuse! Eine Verräterin an der Sache der Frauen, weil sie eine Frau ist. In diesem Sinne wünschen wir der drallen, sinnlichen, spaßigen Luise Kinseher: Luise, bleib so frauenfeindlich wie du bist.

Nockherberg pur

Der perfekte Nockherberg wäre der, bei dem alle Politiker so dermaßen beleidigt wären, dass keiner von ihnen mehr hin gehen würde. Die Schauspieler würden endlich mal aus sich herausgehen und sämtliche biederen Konventionen, die sie bis dahin sorgsamst gepflegt hatten, über Bord werfen. Das Double wäre nicht mehr gezwungen nach der Vorstellung mit dem Vorbild schiedlich friedlich vor einer Kamera das Starkbier zu dümpfeln und mit dem dargestellten Simpl vom Fach zu simpeln. Endlich Anarchie auf dem Nockherberg! Und nicht so ein weichgespültes Spektakel wo man sieht, dass die Derbleckten schon den sauertöpfischen Blick vorher vor dem Spiegel oder sogar mit einem Schauspieler als Coach geübt haben, um medienwirksam beleidigt vor der Kamera Bestand zu haben. Nockherberg auf Schmalspur in HO.

Aussichten

In einer Sache erklärt sich die Allgemeine Allgemeine ausnahmsweise solidarisch mit Frau Stamm und Frau Müller: Auch wir boykottieren den Nockherberg. Das haben wir schon immer so gemacht. Und dieser straffen Haltung werden wir auch treu bleiben. Die Gründe sind schnell aufgezählt: Wir mögen kein Paulaner, wir mögen die Politiker nicht, die dort derbleckt werden und wir mögen die Art der Darbietung nicht. Weil wir keinen Humor haben. Recht so!

Ganz schlimm wird’s für Barbara Stamm und Emilia Müller, wenn keiner ihrer CSU-Freunde dem Boykottaufruf folgt. Ja, ja, auch da gilt: Die Karawane zieht weiter und das Aadabeisein geht über alles! Da werden die zwei dann im nächsten Jahr ziemlich verdrossen, einsam und verlassen beieinander hocken und Trübsal blasen. Halt, vielleicht geht ja eine Runde Schafkopf zusammen. Mit Ramsch und Durchmarsch. Hilfe: Wir brauchen einen nicht frauenfeindlichen vierten Mann! Bedingung: Er muss unbedingt den Nockherberg boykottieren.

 

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