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Aufruf zur Wasserspende

Der Rhein kann Pegel nicht halten

von | Donnerstag, 12. November 2015

Wenig Tiefgang herrscht derzeit am Rhein.

Bildrechte: By Sir James (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Köln, Mainz (AA) – Ausgefallene Probleme brauchen manchmal ausgefallene Lösungen. Auf Grund des akuten Wassermangels rufen die Wasser- und Schifffahrtsämter der oberrheinischen Städte, die Bürgerinnen und Bürger zu einer Wasserspende auf. Sie sollen einen Gartenschlauch nehmen, das eine Ende mit ihrer Wasserleitung verbinden, das andere Ende in den Rhein hängen und den Wasserhahn für eine halbe Stunde aufdrehen. Wer mehr spenden möchte, darf das selbstverständlich gerne tun.

“Wir mussten zu einer derart drastischen Maßnahme greifen, nachdem sowohl die Schweizer als auch die Schwaben uns mit dem Regen im Stich gelassen haben. Dabei heißt es immer, dass gerade die besonders gut sind, im sich Regen. Erfreulich ist allerdings die hohe Spendenfreudigkeit der Anwohner, sogar von außerhalb. Da kam sogar ein 10 Liter Kanister aus Albuquerque (New Mexico, USA). Den Inhalt haben wir heute Mittag 12:00 Uhr am Deutschen Eck feierlich an Vater Rhein übergeben. Das war wirklich ein erhebender Augenblick. Wir haben das auch auf Facebook gepostet. Hoffentlich sieht das unser Spender.” So äußerte sich gestern der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Koblenz.

Hohe Erwartungen setzt man, in dessen rheinischen Hochburgen, auf den pünktlich gestern, dem 11.11 um 11 Uhr 11, einsetzenden Karneval. Berauschende Tollitäten-Stürme sollen den Pegel aller Beteiligten rasch auf den ortsüblichen Stand bringen: Oberkante-Unterlippe. Das Ziel ist klar. Je mehr oben bei einem reinläuft, desto mehr kommt unten auch wieder raus. Gezielt soll das gelassene Wasser dann  per Rinne in die Fahrrinne rinnen. Das Motto der Aktion steht auch schon fest: Reinschiffer helfen Rheinschiffern.

Eine nette Anekdote zum Thema Niedrigwasser gab der mit allen Flusswassern gewaschene, niederländische Schiffer Claas van Munchhausen zum Besten: “Klar, sind wir schon öfter auf Grund gelaufen. Dann haben wir eben wieder mal festgesessen. Da bin ich zum nächsten Supermarkt und habe erstmal 10 Kisten Bier gekauft. Die haben dann ich und die Besatzung so in zwei drei Stunden weggesoffen. Danach stellten wir uns an Deck und haben genau an der Stelle, wo das Schiff aufsaß, ins Wasser gepisst. Alle gleichzeitig. Das Schiff kriegte so mehr Wasser unter den Kiel, der Kahn war wieder flott und wir konnten weiterfahren. Glauben Sie mir, ich bin schon sehr lange Binnenschiffer. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Schlepper gebraucht, um wieder frei zu kommen.

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