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Lufthansa, Eurowings, Germanwings...

Jetzt streikt auch noch Chickenwings

von | Donnerstag, 24. November 2016

Dauern die Pilotenstreiks noch länger, liegen bald die Nerven vieler Fluggäste blank.

Bildrechte: von MarTePics (http://www.flickr.com/photos/marte68/118256781/) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Vorderwülbecke (AA) – Heute bleibt der Himmel über Deutschland blau oder grau, je nachdem. Und am morgigen Freitag auch. Nicht überraschend hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den Streik der Lufthansa-Piloten auf Freitag ausgedehnt. Betroffen sind alle Inlandsflüge. So kann es leicht passieren, dass, wenn man als Geschäftsreisender von München nach Frankfurt fliegen will, man mit der Emirates einen kleinen Schlenker über Dubai in Kauf nehmen muss. Aber was tut man nicht alles, damit der Laden läuft, ohne dass gleichzeitig die Hütte brennt?

Auf das Vorhaben der Gewerkschaft die Piloten am Freitag streiken zu lassen, reagiert die Lufhansa mit völligem Unverständnis: “Wie der Name schon sagt, haben unsere Crews am Freitag eigentlich frei. Wieso sie an diesem ihrem freien Tag auch noch streiken wollen, bleibt mir ein Geheimnis. Aber gut, sollen sie machen.” So der Sprecher der Lufthansa, Daniel Düsentrieb.

Gleichzeitig drohen auch noch die Flugzeugführer von Eurowings (vielleicht) und der LH-Tocher Germanwings (unter Umständen, wenn die Oma nicht am Wochenende kommt), sich dem Streik anzuschließen. Bei der AirBerlin, da momentan in einem schwebenden Verfahren, weil von Insolvenz bedroht, fliegt derzeit nicht, sondern schwebt. Logisch! Weil dieser Zustand für Geschäftsreisende ganz schlecht planbar ist, bleibt nur der Switch über die Emirates und Dubai. Die Piloten der Berliner Airline werden kaum Lust verspüren, die Firma quasi in einen Konkurs hinein zu streiken. Gedenkt man jedoch für sich selbst in andere Sphären zu entschweben, so steht es einem selbstverständlich frei, die AirBerlin zu nutzen.

Zum Ausstand wild entschlossen sind auch die Piloten der für ihr Handling von Kurzstrecken berühmt berüchtigten Airline Chickenwings. (Logo: Gekreuzte Hühnerknochen, Slogan: “Das Leben ist ein Auf und Ab”) Berühmt, weil es diesem Carrier stets gelingt, seine Kurzflüge durch vorzeitige Abbrüche noch kürzer zu gestalten. Berüchtigt, weil das Catering an Bord derart miserabel ist, dass die Fluggäste häufig den Flug vor erbrechen selbst vorzeitig abbrechen und den Nothalt ziehen. Mitsamt allen erdenklichen Konsequenzen und Schikanen versteht sich. Diese Form des Fliegens ist nur was für Menschen, die das Abenteuer im extremen Nonplusultra suchen. Man muss nicht extra nach Tibet fliegen, um sich dem Adrenalinkick hinzugeben, angesichts eines rasch sich nähernden Bodens. Das können Sie da haben und weit günstiger.

Bei den Chickenwinglern, wie sie sich oft selbst gerne nennen, geht es allerdings weniger um die Erhöhung der Gehälter, als um menschenwürdige Behandlung. Wurden die Crews bilang mit Naturalien bezahlt: Mit Resten, die die Fluggäste übrig ließen. “Zu Essen gab es immer reichlich. Meine Crews nagten nie am Hungertuch”, rechtfertigte sich Firmenchef Hans Luft. “Wenn die aber weiter so ein Theater machen, werde ich sie notfalls aushungern.” Harte Worte. Vergleicht man objektiv die Situationen der Airlines untereinander, haben Lufthansa und deren Angestellte ein echtes Luxusproblem; halbes Staatsunternehmen, das sie sind. 

Freuen dürfen sich bei diesen himmlischen Verhältnissen wenigstens die Verschwörungstheoretiker und Dauerverfolgten. Derzeit sind wenig Chemtrails am Himmel. Da rieselt auch weniger Gift auf den Aluhut. Wie gut!

 

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