Berichte, Analysen, Meinungen zum Unverstand der Dinge

Zeitumstellung

Uhren werden dies­mal nur um ei­ne Vier­tel­stunde zurückgedreht

von | 24. 10. 2015

Obacht: Diesmal ist die Zeitumstellung anders als gewohnt. Die Änderung beträgt gerade einmal eine Viertelstunde.

Bildrechte: Public Domain | Original by Daniel FR, SVG by Plenz

Braunschweig (AA) – Heute nacht ist es mal wieder soweit. Die Uhr wird auf Winterzeit umgestellt. Keiner weiß, wessen Gehirnwindungen diese Schnapsidee entsprungen ist, doch sein unseliges  Vermächtnis wird uns voraussichtlich noch jahrzehntelang beschäftigen. Obwohl schon lange erwiesen ist, dass keinerlei Energie eingespart wird und sowohl menschlicher wie tierischer Biorythmus arg in Mitleidenschaft gezogen werden. Leider ist die Zeitanpassung europaparlamentarisch verankert und daran lässt sich schwerlich rütteln.

Um die Strapazen des Wechsels gerade für ältere Menschen, Kinder und auch Tiere zu minimieren, wird die Umstellung heute nacht zum ersten Mal nicht mehr auf einen Schlag erfolgen, sondern schrittweise, über den Verlauf der kommenden drei Monate hinweg, jeweils immer um eine Viertelstunde. Entsprechend wird die Uhrzeit heute nacht schon um 2:15 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgedreht. Turnusgemäß wiederholt sich der Vorgang vom 28. auf den 29. November, vom 26. auf den 27.  Dezember und schließlich vom 30. auf den 31. Januar 2016.

Die für alle verträglichste Lösung wäre eigentlich die tägliche Anpassung. Wie sie zum Beispiel der Landwirt Hansjörg Birkenberger mit seinen Kühen praktiziert. Mit pro Tag fünf Minuten früher richtet er die Melkzeiten für seine Kühe so ein, dass sie von der Umstellung nichts mitbekommen. Genau diese Lösung schwebt einigen Wissenschaftlern für das aktuelle Problem vor. Die tägliche beziehungsweise nächtliche sukzessive Anpassung an Sommer- oder Winterzeit.

Um genau 3,041 Minuten müsste, so man sich penibel an die Vorgaben hält, die Uhr jeweils jede Nacht verstellt werden. Absurd, nun von den Leuten zu verlangen, jede Nacht die Uhr um 3 Minuten vor- oder zurückzustellen. Die einen hielten sich dran, die anderen nicht. Teure analoge Markenuhren überwiegend Schweizer Herkunft ticken dann womöglich genauso falsch oder richtig, wie deren Thailändische Imitate. Die Folgen wären: Ungenauigkeit, Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit, Anarchie. Nebenbei Eigenschaften, um die wir Deutschen die Südländer innerlich schon immer beneidet haben. Zumindest ein Grund, jedes Jahr dahin in Urlaub zu fahren: Da baumelt sie doch gern, die Seele, in all dem Chaos.

Sobald die Leute nur noch appbasierte Chronometer nutzen, würde die Zeit ohnehin automatisch angepasst. In die neuen Smartwatches ist diese Funktion – neben der Vollüberwachung durch sämtlich Geheimdienste dieser Welt– bereits integriert. Rolexens, Patek Philippes, Breitlings und wie sie alle heißen wären dann das, was sie sind: Tickender Schmuck.

À propos: Schweizer Uhrmacher wären keine Schweizer Uhrmacher, wenn sie nicht in der Lage wären, das nachzubessern.

 

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