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Rückbesinnung auf sauberen Sport

Internationale Klasse bei Greifswalder Gegenrudertagen am Start

Spannende Wettkämpfe und hohe Resonanz beim Publikum: Die Gegenruderer hoffen auf die Teilnahme bei den Olympischen Spielen.

Bildrechte: Klärwerk Greifswald von C. Löser (Eigenes Werk) [CC BY 3.0 de], via Wikimedia Commons | Ruderer By Steve Elliott (Flickr: IMG_9245) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Greifswald, Lausanne (AA) – Sogar aus Neuseeland waren die Athleten angereist, um bei den jährlich am letzten Oktoberwochenende stattfindenden Greifswalder Gegenrudertagen teilzunehmen. Dass sie dabei sogar den Finalsieg ihrer “All Blacks” bei den Rugby-Weltmeisterschaften in England verpassten, war für sie sekundär: “Es ist einfach immer eine großartige Stimmung hier in Greifswald. Das Publikum, die Atmosphäre und die richtig starken Gegner, das macht einfach Spaß.” So der Schlagmann des neuseeländischen Kontraachters  mit Steuermann.

Dass das Gegenrudern mittlerweile zu einem echten Publikumsmagneten geworden ist, zeigen auch die langen Autoschlangen, die sich schon am Donnerstag vor den Wettkämpfen bilden. An den Ortseinfahrten von Greifswald ist praktisch kein Durchkommen mehr und die Karawane staut sich zurück bis zu den Autobahnabfahrten der A20. Die Zimmerpreise in den örtlichen Pensionen schnellen hoch auf über 500 Prozent gegenüber dem Normalpreis.

Entsprechend hoch waren die Erwartungen der überwiegend deutschen Fans an ihre Nationalmannschaft am letzten Wochenende. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die Lokalmatadoren sahnten in fast allen Wettbewerben die Siegerlorbeeren ab. Die harte Trainingsarbeit hatte sich wieder mal ausgezahlt. Auch unsere Neuseeländer gingen nicht leer aus. Sie verloren erst im Finale gegen die wieder mal siegreichen Deutschen. Ein Grund für die Kiwis im nächsten Jahr wieder zu kommen und es dann besser zu machen.

Dank dieses Erfolgs haben die Kontraruderer, so die korrekte Bezeichnung, beim Internationalen Olympischen Komitee den Antrag auf Aufnahme in die olympischen Disziplinen gestellt. Und wie man aus Kreisen in Lausanne munkeln hört, sind die Aussichten darauf nicht schlecht.

Gerade in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und die immer mehr ins Feld geworfenen Ökorichtlinien liefert das Gegenrudern ein großes Plus. Man benötigt keine gigantomanische Regattastrecke, wie die normalen Ruderer. Es genügt eine Wasserfläche von im Durchmesser 30 Metern mit einem Tiefgang von gerade mal einem Meter, um den Sport sauber auszuüben. Und dafür hat man die Becken der Kläränlagen deutscher Städte und Gemeinden als ideale Austragungsorte entdeckt. Es müssen keine Gelder zum Ausbau von Sportstätten verprasst werden, die dann hinterher nicht mehr genutzt werden. Selbst wenn der sportliche Aspekt in den Hintergrund tritt, tut die Anlage immer noch ihre Pflicht: Sie bereitet Wasser auf. Ein glasklares Win-Win.

Dass die Nasen aller Beteiligen ein wenig dabei in Mitleidenschaft gezogen werden, ist zu verschmerzen. Die Zuschauer erhalten jeweils zur Eintrittskarte eine Wäscheklammer, nebenbei ein begehrtes Souvenir. Die Wettkämpfer spornt der üble Geruch sogar an: “Ich bin jedes mal arschfroh, wenn ich aus der Drecksbrühe wieder draußen bin. Das versuche ich natürlich mit aller Kraft und so schnell wie möglich zu erreichen”, so der Sieger im Kontraskiff, der Deutsche Peter-Michael Klobe.

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