Frankfurt (AA) – Gehörig ins Schleudern geraten ist das Aushängeschild der deutschen Geldinstitute. In Folge der jüngsten Skandale und Fehleinschätzungen gab es eine ordentliche Menge schmutziger Wäsche zu waschen. Gewaltige Abschreibungen sorgen jetzt für einen Rekordverlust in Milliardenhöhe. Der neue Saubermann und derzeitige Co-Chef John Cryan will Schluss mit dem Schongang machen und der Bank wieder ein blitzblankes Image verpassen. Boni und Dividenden werden gekürzt, das Management zurecht gestutzt, ein rigoroser Personalabbau sowie die komplette Neuausrichtung der Konzernstrategie stehen in der Pipe.
Obwohl er weiß, dass das nicht von heute auf morgen geschehen kann, will Cryan diese Sysiphusarbeit beherzt angehen. Federn lassen muss vor allem das früher an die hohe Leine gehängte Investmentbanking. Nur wenn die Bank es wieder schafft sowohl aus den Schlagzeilen wie aus den roten Zahlen zu kommen, mit einem verkleinerten, weniger komplexen Leitungsstab wird sie in naher Zukunft auch wieder in die Gewinnzone gespült.
Von einem gewinnverheißenden Sektor wird man sich, bedingt durch die selbst auferlegte Compliance, wohl oder übel verabschieden müssen: Der Geldwäsche.