Um­bau der Deut­schen Bank star­tet im Voll­wasch­gang

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Soll und Haben müssen weichen

Um­bau der Deut­schen Bank star­tet im Voll­wasch­gang

Nicht nur der Umbau, auch die Umbenennung der Frankfurter Doppeltürme steht an. Aus „Soll und Haben“ wird „Trockner und Waschmaschine“.

Bild: Thomas Wolf, www.foto-tw.de (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Frankfurt (AA) – Gehörig ins Schleudern geraten ist das Aushängeschild der deutschen Geldinstitute. In Folge der jüngsten Skandale und Fehleinschätzungen gab es eine ordentliche Menge schmutziger Wäsche zu waschen. Gewaltige Abschreibungen sorgen jetzt für einen Rekordverlust in Milliardenhöhe. Der neue Saubermann und derzeitige Co-Chef John Cryan will Schluss mit dem Schongang machen und der Bank wieder ein blitzblankes Image verpassen. Boni und Dividenden werden gekürzt, das Management zurecht gestutzt, ein rigoroser Personalabbau sowie die komplette Neuausrichtung der Konzernstrategie stehen in der Pipe.

Obwohl er weiß, dass das nicht von heute auf morgen geschehen kann, will Cryan diese Sysiphusarbeit beherzt angehen. Federn lassen muss vor allem das früher an die hohe Leine gehängte Investmentbanking. Nur wenn die Bank es wieder schafft sowohl aus den Schlagzeilen wie aus  den roten Zahlen zu kommen, mit einem verkleinerten, weniger komplexen Leitungsstab wird sie in naher Zukunft auch wieder in die Gewinnzone gespült.

Von einem gewinnverheißenden Sektor wird man sich, bedingt durch die selbst auferlegte Compliance, wohl oder übel verabschieden müssen: Der Geldwäsche.

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Ab­fin­dun­gen von Man­agern unter­lie­gen nicht der Ab­gas­norm

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Die Luft ist rein – Spitzenmanager atmen auf

Ab­fin­dun­gen von Man­agern unter­lie­gen nicht der Ab­gas­norm

Steht derzeit mächtig unter Dampf: Ex-VW-Chef Winterkorn. Selbst wenn er nichts dafür kann, kann er was dafür.

Wolfsburg (AA) – Mit einem großen weinenden, aber auch einem großen lachenden Auge blickt Martin Winterkorn momentan auf die Geschehnisse rund um die Abgasaffäre zurück. Hat ihn doch das Desaster rund um die manipulierte Software bei Selbstzündern ein gehöriges Maß an Reputation gekostet. Eine Reputation, die sich schwerlich wieder herstellen lässt. Allerdings hatte Winterkorn – mit dem Chefsessel bei VW und einem geschätzten Jahreseinkommen von mindestens 15 Millionen Euro – ohnehin den Zenit erreicht, den ein deutscher Topmanager erreichen kann. Der jetzt ruinierte Ruf bei den Kollegen, die in der Gehaltsklasse weit unter ihm rangieren, dürfte ihm deshalb auch reichlich Schnurz sein. Dräute doch unabwendbar das altersbedingte Ausscheiden. Da kam ein krachender Abschied mit satter Tortenschlacht hinterher vielleicht nicht ganz ungelegen. Als Zuckerl obendrauf wurde die Räumung des Chefsessels auch noch mit einer fetten Abfindung (Zahlen sind uns leider nicht bekannt, aber ein paar Milliönchen werden’s schon sein) honigfein versüßt.

Mahnende Stimmen, dass diese horrenden Apanagen reichlich unangemessen seien, werden wohl auch in diesem Fall wieder mal überhört und in die moralinsaure beziehungsweise neidische Ecke gestellt. Das Honorar eines solchen Spitzenmannes orientiert sich nun mal an dessen Leistungen für das Unternehmen und seinem letzten Einkommen. Er hat es verdient, weil er es verdient hat. Waren diese Leistungen dann auch noch übermenschlich, dann müssen sie auch übermenschlich belobigt werden. Und weil dem so ist, zukünftige Entscheider sollen ja auch weiter Vollgas geben, werden Abfindungen auch fürderhin ohne Sinn und Verstand und ohne Filter ins Nirvana gepustet. Eine diesbezüglich regulierende Software ist nicht angedacht. Da gibt’s dann auch nix zu manipulieren. Wie schön!

Dass Martin Winterkorn bei dem ganzen Hickhack um seine Person immer noch Mensch geblieben ist, zeigt sich in der von der Presse kolportierten Bereitschaft, 0,1% seines Ausscheidungshonorars an den Hilfsfonds für notleidende strickende Omas zu spenden. Das ist doch schon mal was! Vorausgesetzt, es gibt eine Spendenquittung.

Ganz wegzudenken aus dem Tagesgeschäft ist MW auch in naher Zukunft nicht. Da gibt es immer noch das eine oder andere Aufsichtsrädchen, an dem sich drehen lässt.

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