Berichte, Analysen, Meinungen zum Unverstand der Dinge

Beate Uhse schluckt Kaiser’s Tengelmann

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Porn und Food, steht uns gut

Landauf landab alles für den sexy Einkauf. Food & Porn Läden wie diesen gibt’s schon bald auch bei Ihnen um die Ecke.

Bildrechte: By Joehawkins (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Flensburg (AA) – “Hierher kommt die Paleo-Abteilung.” Vor Begeisterung nicht zu bremsen ist Tim Wolfsberger, während er uns die Innenansichten der geplanten Food & Porn Läden zeigt. Als Strategic Visioneer der Beate Uhse AG weiß der Jungdynamiker genau, was er will. “Essen wie im Neandertal. Ausschließlich Nahrungsmittel, die nicht vom Menschen per Anbau oder Züchtung verfälscht wurden. Hier kommen die Veganer, hier leicht versetzt die Vegetarier. Dann hier die Carnivoren und Gemischtkostler. Dezent voneinander getrennt versteht sich. Alles auf höchstem Niveau. Wir wollen die alten Stammkunden von Kaiser’s Tengelmann schließlich nicht verprellen, sondern da abholen, wo sie quasi von den Vorbesitzern sitzen gelassen wurden. Die Leute sollen mit ins gemeinsame Boot kommen. In der Hauptsache geht es uns nach wie vor um die Expansion unseres Stammgeschäftes. Aber natürlich richten wir unseren Blick auch auf die Verfolgung innovativer Trends. “Sex sells”, allein für sich, funktioniert nicht mehr. Durch das Internet ist der Markt mit Pornovideos extrem rückläufig. Jeder Hausmeister macht inzwischen mit einigermaßen passabler Technik seine Schmuddelfilme mit der Putzfrau im Heizungskeller. Verständlich, dass da die Marge wegbricht.”

Und wieder mal hat sich der Spruch von den Zweien bewahrheitet, die sich stritten und dem Dritten, dem das Glück so gänzlich unverhofft in den Schoß fiel. Dieses ewig lange Geziehe und Gezerre, wer denn nun die Braut Kaiser’s Tengelmann mit in die Kiste nehmen durfte hat dank Schröders Intervention ein Ende.  Otto Normalverbraucher war bei dem ganzen profitgeilen Hickhack um das Abstecken von Claims und Pfründen schon lange der Appetit vergangen, den Streithanseln (Edeka, Rewe) in’s Regal zu greifen. Umschlich einem beim Einkauf doch immer das bange Gefühl, dass das Gift, das die Einzelhändler so großzügig untereinander verspritzten auch irgendwie an der Ware haftete. Ja, dass die Lebensmittel selbst vergiftet waren. Getoppt noch durch das kindische Gezänk der Vorstände. Meins, nein meins. Nein, meins. Duuhuu, ich hau’ dich gleich mit der MInistererlaubnis. Na dann probier’s doch, probier’s doch. Guck mal, das OLG Düsseldorf hat sie geknickt. Schieb dir deine Ministererlaubnis doch in den Aaarsch und den Minister gleich miihiit. Nänä Nänänä. Sprich, eines Vorstands unwürdig. Zwischen den beiden drögen Konkurrenten Edeka und Rewe, die dröge Ministererlaubnis, die vom Gericht kassiert wurde und nach der man umso mehr Zweifel an der Funktion eines Ministerialen hat. Das ist Gott sei Dank nun vorbei!

In einer wahren Nacht und Nebelaktion zauberte Altkanzler Gerhard Schröder nicht einen weißen sondern einen rosa Ritter aus dem Sack. Für Insider vielleicht nicht ganz so überraschend, wie für den Laien. Die Kombi Sex und Essen brummt. Exzess ist angesagt. Diente Essen lange Zeit ausschließlich der Nahrungsaufnahme, holt man damit heutzutage keinen devoten Hund mehr hinterm Ofen vor. Der ausschweifende Hedonist durchlebt jede einzelne Nuance des Genusses und schwelgt mit allen Sinnen in hingebungsvoller Lust, fernab von jeglichen Tabus. Das, was uns unsere Vorstellungskraft nicht verbietet ist möglich und erlaubt. Logisch und konsequent, dass die Beate Uhse AG den richtigen Riecher hatte und dem Gefeilsche um die vakante Braut ein Ende machte.

Großartig umstellen, wie es uns die Politik immer glauben machen will, müssen sich die Angestellten, die übrigens alle übernommen werden, auch nicht. Kassiererin Emma Thiel: “Ich hatte an der Kasse sowieso meinen Porno-Chat laufen. Bei dem mageren Einkommen, das uns der Karl-Eriwan (Haub, die Redaktion) immer rübergelassen hat war das manchmal die einzige Möglichkeit, über die Runden zu kommen. Das Kassieren dauerte zwar länger, aber die Kunden hatten ihren Spaß dabei, wenn ich angefangen habe zu stöhnen. Manche haben sich gleich nochmal hinten angestellt. Die wurden dann doppelt abkassiert.”

Und auch Tim Wolfsberger hat noch ein paar Specials auf Lager: “Finde deinen Fetisch, ist das Zauberwort. Da haben wir hier noch das Natursektregal. Da die koprophagische Ecke mit exotischen Geschmäckern aus aller Herren Länder. Autokoprophagen haben sogar die Möglichkeit der Selbsteinlagerung. Gegen eine geringe Gebühr versteht sich. So unterstützen wir aktiv den Aufruf von Innenminister De Maizière zur Bevorratung von Lebensmitteln im Krisenfall.” Auf meinen Hinweis er hätte da wohl etwas braunes im Mundwinkel, entschuldigte er sich und bat mich höflich lächelnd um eine Serviette. “Eng damit gekoppelt ist unser Lieferservice. Die Kunden können im Internet bestellen und die Ware entweder direkt bei ihrem nächstgelegenen Food & Porn abholen oder sich nach Hause liefern lassen. Den Liefersklaven kann man optional als bezahltes Upgrade mitmieten.”

Auf die Frage, wie die Beate Uhse AG die Übernahme eigentlich stemmen will, lachte Wolfsberger nur: “Ich bitte Sie. Bei einem derart durchdachten Konzept, ist die Kapitalerhöhung überhaupt kein Problem. Da rennen uns die Anleger doch die Bude ein, die versetzen Frau und Kind und hüpfen uns nackig auf den Tisch.”

Und Gerhard Schröder? Was bekommt der für seine Dienste? “Ach so der Gerd. Dem geht es wohl derzeit auch nicht so gut. Die Doris hat ihn ja parteiintern gegen einen jüngeren  eingetauscht. Na, der darf sich selbstverständlich jederzeit selbst bedienen. Wir können sehr, sehr dankbar sein,” so die Chefetage.

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Cayman-Islands verhängen Baustopp für Brief­kas­ten­firmen­brief­kästen

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Steuerparadies landunter

Die stetig wachsende Zahl der Briefkastenfirmenbriefkästen wird zur zunehmenden Belastung für die Cayman-Islands. Teilweise steht das Wasser bis zum Briefkastenschlitz.

Georgetown (AA) – Das Geschäft brummte bislang, bei den Briefkastenfirmenbriefkastenbauern auf den Cayman Islands. Sie konnten sich vor Aufträgen kaum retten. Die Lizenz zum Bauen von Firmenbriefkästen auf der Karibikinsel war wie ein Sechser im Lotto. Nun ziehen aber schwarze Unwetterwolken auf am Horizont, und die lösen auf den Inseln der Glückseligen Weltuntergangsstimmung aus. Kürzlich durchgeführte Geologische Messungen haben nämlich ergeben, dass der Untergrund auf den Caymans, im Verhältnis zum Meeresspiegel, in den letzten zwei Jahren um einen ganzen Meter abgesackt ist. Anders ausgedrückt: Die Inseln versinken im Meer!

Einige Briefkästen, die sehr nah am Strand platziert waren, sind schon verschwunden. Allein der damit verbundene Schaden geht vermutlich in die Milliarden. Weil keiner genau weiß, wie werthaltig oder -lastig der Inhalt der verschwundenen Postboxen war, geschweige wem sie gehörten. Von den auf den Kaimaninseln registrierten 200.000 Firmen hat sich keine einzige Firma als vermisst gemeldet. Die zuständigen Behörden üben sich überwiegend in Beschwichtigungen. Gleichzeitig verhängten sie allerdings einen rigiden Baustopp für den Neubau von Briefkästen. In entsprechend horrende Höhen klettern jetzt die Preise für die vorhandenen. Das ist allerdings eine fiktive Rechnung, weil niemand verkaufen wird. Zum einen, weil niemand will. Die Insel könnte auf wundersame Weise ja wieder den Fluten entsteigen. Zum andern, weil niemand kann: Um die Insel auch in nächster Zukunft möglichst frei von Beschwernissen jeglicher Art zu halten, hat man nämlich zusätzlich einen Einreisestopp für Non-Residents verhängt. Da die meisten ortsfremd sind, dürfen sie ihre geschäftlichen Belange derzeit nicht wahrnehmen. Je gewichtiger, desto weniger.

Sollte das Schlimmste aber eintreten, so wird es sicherlich ein wunderbares Tauchrevier werden. Nach Briefkästen statt nach Schiffswracks zu tauchen, das ist doch mal was anderes.

 

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Mars ruft un­ver­brauch­te Ener­gie so­fort zurück

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Frühstart führte zu PR-Desaster

Wäre der Burner im Zurückbringen verbrauchter Energie gewesen: Der neue Marsriegel.

Bildrechte: By Kirschblut, border removed by User:Mozillaman [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons, By NASA Goddard Space Flight CenterFlickr: Magnificent CME Erupts on the Sun – August 31, CC BY 2.0

Viersen (AA) –  Man hatte es sich so schön ausgemalt. Den Markt mit einem Topprodukt aufmischen und danach auf Jahrzehnte hinaus dominieren. Nur leider warf der Fehler eines Praktikanten – für sowas sind Praktikanten schließlich da – den ganzen  Produktfahrplan über den Haufen. Kam doch eine Charge vorzeitig in den Handel, wurde entdeckt und mangels flankierender PR fälschlich als unbekannt, sprich gefährlich eingestuft. Die dadurch leider vorschnell diskreditierten Plastikkügelchen sollten eigentlich der Knaller werden im Sortiment der Schokoriegler. Hätten sie doch den Konsumenten mit den ungeahnten Fähigkeiten von Superhelden ausgestattet: Supermobil, bei Superarbeit, Supersport und Superspiel.

So versicherte uns ein leitender Fooddesigner aus der Entwicklungsabteilung der Firma glaubhaft: “Bei den irrtümlich als solchen bezeichneten Plastikkügelchen handelt es sich eigentlich um komprimierte Energie. Hätte der Verbraucher das Verbrauchsgut bestimmungsgemäß verbraucht, hätte der seine verbrauchte Energie noch besser und unverbraucht sofort zurück bekommen. Schlichter Otto-Normalverbraucher wäre transmutiert zum unüberwindbaren Superhelden: “Verbraucherman”. Jetzt haben wir natürlich enorme Probleme mit dem Verbraucherschutz, weil der von dem geplanten Launch nichts wusste. Vielleicht waren wir mit unserer revolutionären Innovation einfach auch zu früh dran. Kann gut sein, dass die Masse der Verbraucher derzeit einfach noch nicht zukunftsfähig ist. Weil wir aber felsenfest an das Produkt glauben, werden wir die Einführung in etwa zehn Jahren wiederholen. Bis dahin hat sich die Zukunft sicher noch etwas mehr in unserem Sinn gewandelt. Die rückgerufenen Abermillionen Riegel lagern wir zwischenzeitlich ein beziehungsweise verabreichen sie an unsere Mitarbeiter zum Verzehr. Das ist für die wie Doping. Nur ohne Kontrolle!”

Will man aber dennoch unbedingt die Vorzüge des neuen Produkts frisch und unverbraucht  ausprobieren, so bietet sich auch hier eine Möglichkeit:  Mars, Incorporated ersetzt das beanstandete Produkt ausschließlich bargeldlos in Form von Katzenfutter aus der eigenen umfangreichen Produktpalette. In Whiskas, Sheeba, Kittekat, Cesar und so weiter, da ist das Zeug noch pur und unverschnitten drin.  Da lohnt sich für manch bislang Unbeleckten doch der zielgerichtete Fehlgriff in’s Regal. In diesem Sinn: Geben Sie es sich und ihrem kleinen Liebling!

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Die Allgemeine Allgemeine spendet 100 Milliarden für die Allgemeinheit

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Wohltäterätätä

Ein Arsch voll Geld. Also, wer beim Anblick von soviel Zaster keine leuchtenden Augen kriegt?

Menlo Park, Neuhausen (AA) – Tue Gutes und rede darüber. Und genau so verfahren wir auch. Nachdem Mark Zuckerberg mit der Meldung an die Öffentlichkeit ging, 99 Prozent seiner Aktien, was einem gegenwärtigen Wert von etwa 45 Milliarden Dollar entspricht, der Chan Zuckerberg Initiative zu überlassen, kann und will die Redaktion der Allgemeinen Allgemeinen dem in Nichts nachstehen. Im Lauf einer hitzigen Redaktionskonferenz haben wir uns entschlossen, 100 Milliarden Mäuse, Kröten oder Eier für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Damit nicht vordergründig der Eindruck entsteht, wir tun das lediglich aus Selbstzweck oder Effekthascherei, wollen wir mit dieser Spende langsam und nachhaltig verfahren. Das soll so aussehen, dass die Spende sukzessive über einen überschaubaren Zeitraum von 500 Milliarden Jahren in die noch zu gründende wohltätige Stiftung wandert. Ist dieser Zeitraum abgelaufen, wird das geschaffene Vermögen ausgeschüttet und wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt.

In der Zwischenzeit werden wir stets ein waches Auge auf die Ein-, Um-, Ab-, Aus- und sonstige Lagen der Stiftung haben. Alles was nicht im Sinne der Stiftung, also dem unseren, läuft, wird gnadenlos plattgemacht. Wir, die Stiftungsgründer haben selbstverständlich immer das Sagen. Wir werden selbstverständlich auch zukünftig entscheiden, was genau notleidendes Benehmen ist und wie die Wohltaten der Stiftung über den oder die jeweiligen Armen ausgeschüttet wird.

Akquiriert wird die Stiftungsmasse hauptsächlich über Straßenraub, räuberische Erpressung, Nötigung und den Leuten so lange auf die Nerven zu gehen, bis sie schließlich freiwillig ihren Tribut entrichten. Aber selbstverständlich haben wir auch nichts gegen eine mildtätige Gönnerschaft unserer treuesten Leser.

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McDonald’s Manager jetzt mit Bio am Arsch

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Ökologische Offensive

*Das Biosiegel bezieht sich ausschließlich auf den Popo und nicht auf den Menschen!

Biosiegel als Qualitätsmerkmal. Die Hinterteile der McDonald’s Manager sind jetzt zertifiziert.

Bildrechte: Allgemeine Allgemeine | Bio-Siegel: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft [Public domain], via Wikimedia Commons

München (AA) – Zumindest ist das schon mal ein Anfang, um dann später die schrittweise Zertifizierung für die gesamten Human Resources innerhalb des Konzerns einzuführen. Auf die Frage, warum das nicht schon lange umgesetzt wurde,  erhielten wir von der Pressesprecherin Cordula McClusky die Antwort, dass dies einen enormen logistischen Aufwand voraussetzt. Im Lauf der Jahre hätten sich doch eine Menge nicht recycelbarer Schadstoffe vor allem in den Köpfen angesammelt. Das wieder heraus zu bekommen, ökologisch konform zu trennen und einer umweltgerechten Entsorgung zuzuführen wäre enorm schwierig. Deshalb beginnt man zunächst an den Stellen, an denen man am einfachsten und saubersten den Hebel ansetzen kann.

Nach erfolgreicher Umwandlung und folglich bestandener Zertifizierung würde dem- oder derjenigen das Biosiegel als Qualitätsmerkmal auf den Hintern tätowiert. Alternativ dazu hatte man auch an einen Ohrclip wie bei Rindern gedacht. Von diesem Vorschlag nahm man aber im Lauf mehrerer Vorstandssitzungen wieder Abstand. Die Entfernung zum eigentlich zertifizierten Körperteil wäre zu groß. Außerdem erinnert diese Methode doch zu sehr an Schlachtvieh.

Das hat aber auch zur Folge, dass zwecks Einhaltung der neuen Qualitätsrichtlinien, der eine oder andere öfter mal die Hosen runter lassen muss.

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